*18.04.1934 † 31.08.2018
*18.04.1934   † 31.08.2018

Biografie

Jessy Rameik wurde in Riga geboren. Nach Ballettunterricht und einer Lehre als Buchhändlerin erfolgte ein Schauspielstudium in Leipzig. Anschließend Bühnenarbeit in Quedlinburg, Meißen, Görlitz, Magdeburg und Berlin. Daneben umfangreiche und erfolgreiche Tätigkeit als Chansonsängerin (LP bei Amiga veröffentlicht, Siegerin beim Chansonfestival in Sopot mit dem Titel "Das Lied von den Rosen und den Träumen" - Musik: W. Schöne, Text: J. Hamburger), Tourneen mit eigenen Programmen, Mitwirkung in Musicals und Operetten. Die vielseitig talentierte Rameik überzeugte auch in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen. So gestaltete sie in Frank Vogels viel beachtetem Gegenwartsfilm „Das siebente Jahr“ (1969) eindrucksvoll die Herzchirurgin Barbara Heim in ihrem Konflikt zwischen dem verantwortungsvollen Beruf und der notwendigen Hingabe zur Familie.

 

In einem ganz anderen Genre errang sie besondere Popularität - sie verkörperte von 1973 bis 1979 an der Seite von Armin Mueller-Stahl bzw. Horst Schulze die Kundschafterin Winnie Winkelmann in der Serie „Das unsichtbare Visier“. 1987 spielte sie die Titelfigur in der Maupassant-Verfilmung „Madame Husson und ihr Tugendjüngling“. Sie war vielfach auch in Kriminalfilmen sowie in Fernsehlustspielen und -schwänken zu sehen.

 

In zahlreichen Rundfunk-Hörspielen kam ihre unverwechselbare Stimme zum Einsatz, so z.B. in "Niemandt kennt Tag und Stunde" (von Horst Otto Oskar Bosetzky, Komposition: Stan Regal, Regie: Albrecht Surkau, Produktion:

WDR 1992), "Die klassische Methode" (von Reinhard Handke, Regie: Edith Schorn, Produktion: Rundfunk der DDR 1987) oder "Die Roboterfalle" (von Bernd Ulbrich, Komposition: Wolfgang Schoor, Regie: Werner Grunow, Produktion: Rundfunk der DDR 1977).

 

Als Synchronsprecherin leihte sie ihre Stimme u.a. Marlene Dietrich, Shirley Mac Lain und in einer neuen Zeichentrick-Filmproduktion "Pippi Langstrumpf".

 

Dem gesamtdeutschen Publikum war Jessy Rameik ein Begriff aus TV-Produktionen wie z.B. "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" (RTL), "St. Angela" (ARD), "Marienhof" (ARD), "Alphateam" (SAT1) oder dem WDR-Film "Brandheiß", in dem sie die Hauptrolle spielte.

 

Verheiratet war Jessy Rameik mit dem Regisseur, Schauspieler und Synchron-Sprecher Hasso Zorn, der im Februar 2016 verstarb. Auch ihre Tochter Juana von Jascheroff ist dem Publikum als Schauspielerin aus TV-Produktionen wie z.B. "Im Namen des Gesetzes", "Ein Fall für Zwei" und "Rettungsflieger SAR 2000" ein Begriff.

Zwei Enkel von Jessy Rameik sind vor allem einem jüngeren Publikum ein Begriff: 
So ist Felix von Jascheroff (der Jessy Rameik übrigens zur Ur-Großmutter machte!) als Schauspieler bei der RTL-Erfolgsserie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" zu sehen und als Sänger/Songwriter mit eigenen CD-Produktionen zu hören.

Sein Bruder Constantin von Jascheroff befindet sich ebenfalls auf den Spuren seiner Mutter Juana und seiner Großmutter Jessy Rameik. Seine erste Filmrolle spielte er als 6-järiger in dem Kinofilm "Rennschwein Rudi Rüssel" an der Seite von Iris Berben und Ulrich Mühe. Weitere Erfolge feierte Constantin mit Filmen wie "Jargo", "Falscher Bekenner", "Tatort", "Jagdhunde", "Leroy" oder "Die Wölfe". Große Beachtung fand seine eindringliche Darstellung des jungen Gefängnisinsassen Picco im gleichnamigen Film. Bis heute steht Constantin vor der Filmkamera und auch inzwischen als Regisseur im Synchronstudio.

 

Ruhe und Erholung suchte und fand Jessy Rameik fern ab von Bühne, Studio und ihrem Berliner Hauptwohnsitz immer wieder in ihrem Ferienhaus auf der Insel Rügen. 

Am 31. August 2018 starb Jessy Rameik in Berlin.